Enzymkinetik: Hydrolyse
von Harnstoff
Abhängigkeit der
Reaktionsgeschwindigkeit von der
Substratkonzentration (Enzymkonzentration,
pH-Wert und Temperatur).
Felix Halbach (LK Chemie, Prien am
Chiemsee), Dr. Gabriel Hetz (Gymnasium Eckental),
4.1.2000
Ziel:
Bestimmung des Einflusses
unterschiedlicher Substratkonzentrationen
auf die Geschwindigkeit der enzymatischen
Harnstoffspaltung. Ermittlung der
Michaelis-Konstanten.
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Grundlagen:
Harnstoff wird in
wässriger Lösung von Urease bei
Raumtemperatur in Ammoniak und
Kohlenstoffdioxid gespalten. Der
freigesetzte Ammoniak reagiert dabei mit
dem Lösungsmittel unter Bildung von
Ammoniumionen und Hydroxidionen. Die
Folge ist eine Zunahme des pH-Wertes, die
sich jedoch auf die Aktivität des Enzyms
auswirkt. Um die Aktivität des Enzyms
konstant zu halten wurden die Messungen
in gepufferter Lösung durchgeführt. Als
Puffer wurde ein
Kaliumdihydrogenphosphat /
Dinatriumhydrogenphosphat - Puffer (pH
8,0) verwendet. Die messbare Änderung
der Leitfähigkeit beruht hier auf einen
Übergang der Dihydrogenphosphationen in
die besser leitfähigen
Hydrogenphosphationen, verursacht durch
die Reaktion zwischen Hydroxidionen und
Dihydrogenphosphationen. Die
Leitwertzunahme ist damit proportional
der Menge an gespaltenem Harnstoff und
wird mit Hilfe der Leitwertsonde
aufgezeichnet.
Mit Hilfe der Michaelis-Menten-Gleichung
wird aus einer Lineweaver-Burk-Auftragung
die Michaelis-Konstante ermittelt.
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Chemikalien und
Geräte:
| Chemikalien
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Chembox und
Zubehör |
- Harnstoff
- Urease
- Dihydrogenphosphat-Hydrogenphosphat-Puffer
(pH=8,0):
Stammlösungen für den
Puffer: jeweils 0,5
molare KH2PO4
- Lsg. und Na2HPO4
- Lsg.
Für pH=8,0 werden 2,80
ml KH2PO4
und 32,4 ml Na2HPO4
auf 1000 ml mit Aqua
dest. aufgefüllt.
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- Chembox CB2
- Leitwertsonde DLS
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| Stativmaterial
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Glasgeräte
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- Stativfuß mit
Stativstangen
- 1 Doppelmuffe
- 1 Universalklemme
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| Sonstiges
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Versuchsaufbau:
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Vorbereitung Hardware:
| Sensor |
anschließen an |
Chembox-Eingang: |
| Leitwertsonde |
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K5: Leitwert |
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Vorbereitung
Software:
| Messen |
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| Festlegen der Meßgrößen |
Einstellen |
Kanalbelegung:
| Kanal |
Formel |
Größe |
Einheit |
Name |
| Blau |
K5 |
G |
S |
Leitwert |
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| Auswahl der verwendeten
Sonden und Eichung |
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Chembox:
| Anklicken |
Pool |
Kalibrierung |
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| Leitwert K5 |
Leitwertsonde |
entfällt |
OK |
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| Meßbereich einstellen |
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Kanalbelegung:
Eines der farbigen Kanal-Quadrate
anklicken.
Es öffnet sich die Dialogbox
"Meßbereich"
| Meßgröße |
Meßbereich |
| Leitwert |
0,0 bis 4,0 E-3 S |
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| Steuerleiste |
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| |
Optionen |
Meßtakt: 30 s |
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Vorbereitung
Chemie:
- Herstellen von 600 ml des
Kaliumdihydrogenphosphat /
Dinatriumhydrogenphosphat -
Puffers (pH 8,0): siehe
Chemikalien.
- 250 ml-Bechergläser: Jeweils 50
ml des Puffers werden mit
Harnstoff versetzt, so dass man
Lösungen der folgenden
Harnstoff-Konzentrationen
erhält: 2,0 mmol/l; 6,0 mmol/l;
12 mmol/l; 20 mmol/l und 30
mmol/l.
- Man stellt 5 Urease-Lösungen
her, in dem man jeweils 50 mg
Urease in 50 ml des Puffers
löst.
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Versuchsdurchführung:
| Messen |
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Schreiber |
| Anklicken |
Auswahl |
| Y-Farbmarke |
Leitwert |
| X-Farbmarke |
Zeit |
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Auswahl der x- und y-Achse |
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Symbolleiste (rechts)
- Linienbreite
"dick"
aktivieren
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Man gibt die 50 ml Urease-Lösung in
das mit Harnstofflösung gefüllte
Becherglas, in das die Leitwertsonde
eintaucht.
Nach 15 - 20 Minuten wird die Messung
beendet:
Anschließend können noch weitere
Messungen mit anderen
Substrat-Konzentrationen durchgeführt
werden. Dazu wird unter Chemex (Version
1.5) Messung1 mit einem Häkchen
versehen. Dann Messung2 angeklickt und
die 2. Messkurve aufgenommen, usw.
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Qualitative
Auswertung:
Abhängigkeit
der Reaktionsgeschwindigkeit von der
Substratkonzentration:
Mit abnehmender Substratkonzentration
nimmt die Reaktionsgeschwindigkeit
(Steigung der aufgezeichneten Kurven) ab.
Messung weiterer Abhängigkeiten:
- Abhängigkeit der
Reaktionsgeschwindigkeit von der
Enzymkonzentration.
- Abhängigkeit der
Reaktionsgeschwindigkeit von der
Temperatur.
- Abhängigkeit der
Reaktionsgeschwindigkeit vom
pH-Wert.
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Quantitative
Auswertung
Aus der zeitlichen
Änderung des Leitwertes kann unter
Verwendung der verschiedenen Messungen
die Michaeliskonstante für dieses Enzym
berechnet werden. Dazu ermittelt man aus
jeder Messung im Zeitintervall 0 bis 4
Minuten die mittlere
Reaktionsgeschwindigkeit als Quotient aus
der Leitwertänderung und dem
Zeitintervall. Trägt man den Kehrwert
dieser Reaktionsgeschwindigkeit gegen den
Kehrwert der Harnstoffkonzentration auf,
so erhält man eine Gerade. Nach
Lineweaver und Burk gilt:
Der Achsenabschnitt im negativen Bereich
- 1/c(Harnstoff) entspricht
1/KM
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© Felix Halbach, Dr. G. Hetz, 2000
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